Jungs in der Pubertät
Wie bei uns Mädels beginnt auch bei den Jungs mit Einsetzen der Pubertät der Abschied von der Kindheit. Während wir uns auf den Weg machen, unsere Weiblichkeit und unsere sexuelle Identität zu suchen, beginnt auch bei den Jungs die Reise des Helden: die Suche nach der Männlichkeit. Jungs sind in der Pubertät zwar nicht so aufmüpfig wie wir Mädchen, sie leiden eher unter dem Problem, dass auf ihnen scheinbar der Erfolgsdruck liegt, "ein richtiger Mann" zu sein, und ihre größte Angst ist, als Schlappschwanz abgestempelt zu werden. Und das kann das seelische Gleichgewicht ganz schön durcheinander bringen!
Daher gibt es auf der Suche nach der Männlichkeit viel Gerangel in der Clique, Streitereien und blöde Anmachen, oder es kommt sogar zu Gewaltanwendungen. Schließlich muss ein "richtiger Mann" Muskeln zeigen. Viele Jungs denken ein richtiger Mann ist Herrscher, Abenteurer und Frauenheld in einem. Er muss sein "Revier" verteidigen, Stärke zeigen und vor allem: Er zeigt seine Gefühle nicht und er weint nie!
Auf der Reise zum Mann kommt es bei den Jungs also zu so manchem vermeintlich männlichen Machogehabe. Die Jungs suchen sich Leitfiguren und Vorbilder, und diese kommen oft von der Leinwand, wo sie mit Muskelkraft oder mit Maschinengewehren in Rambo-Manier ganze Dörfer platt walzen. Wer sich aber ernsthafte Gedanken über die Reise des Helden macht, wird zu dem Schluss kommen, dass ein wahrer Held nie aus niedrigen Beweggründen handelt. Er handelt aus hohen, edlen Motiven heraus, hat Mitgefühl und zeigt selbst auch Gefühle. Er ist eher Robin Hood als Rambo, ein edler Ritter – vielleicht der "Traumprinz" aus deinen Träumen...
