Lexikon: S-T
Samen: Siehe Samenzelle
Männliche Keimzellen, die in den Hoden produziert werden, zusammen mit Sekret beim Samenerguss austreten, und eine weibliche Eizelle befruchten können.
Samenleiter
Elastische Röhren, die durch Zusammenziehen die Samenzellen von den Nebenhoden zur Prostata befördern.
Samensekret
Eine Flüssigkeit, die in der Prostata produziert und bei der Ejakulation gemeinsam mit den Samenzellen ausgeschieden wird. Das Sekret fungiert als Nährlösung für die Samen und verleiht ihnen ihre Beweglichkeit, damit sie sich nach dem Samenerguss fortbewegen können.
Samenstrang
Zieht vom Hodensack durch den Leistenkanal bis zur Prostata. Enthält Samenleiter, Blutgefäße und Nerven.
Samenzellen
Männliche Keimzellen, die in den Hoden produziert werden, zusammen mit Sekret beim Samenerguss austreten, und eine weibliche Eizelle befruchten können.
Scheide: Siehe Vagina
Weibliches Geschlechtsteil und Geburtskanal. Die Innenwände der 8 bis 10 cm langen Vagina, auch Scheide genannt, liegen dicht aneinander. Bei sexueller Erregung steigt die Durchblutung der Scheidenwände, und besonders der vordere Teil wird empfindsamer und enger. Gleichzeitig sondern die Scheidenwände eine gleitfähige Flüssigkeit ab.
Schleimpfropf: Siehe Zervixschleim
Schleimpfropf der den Gebärmuttermund zur Scheide hin verschließt. Das Sekret, das von den Zervixdrüsen abgesondert wird, unterliegt hormonalen Veränderungen im Menstruationszyklus. Kurz vor dem Eisprung verflüssigt sich der Schleim und seine Spinnbarkeit ist am größten. Manche Frauen können an der Veränderung der Beschaffenheit des Zervixschleims auch die Zeit des Eisprungs erkennen.
Schmierblutung: Siehe Zwischenblutung
Eine schwache Blutung aus der Scheide, die außerhalb des normalen Zyklus auftritt, auch Schmierblutung genannt. Sie kann aufgrund von Hormonschwankungen auftreten oder bei der anfänglichen Einnahme der Pille, bis sich der Körper an die Hormonumstellung gewöhnt hat. Auch zu Beginn der Wechseljahre kann es zu Zwischenblutungen kommen.
Schwache Monatsblutung
Von einer schwachen Blutung spricht man, wenn die Regel kürzer als drei Tage ist und wenn man pro Tag weniger als zwei Tampons oder Binden braucht. Zumeist hat eine schwache Blutung keine krankhafte Ursache. Auch die Einnahme der Pille kann Grund für eine etwas schwächere Monatsblutung sein.
Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft besteht, wenn eine männliche Samenzelle eine weibliche Eizelle befruchtet und sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter eingenistet hat. Schwangerschaftsurintests geben meist schon einige Tage nach der Befruchtung Auskunft darüber, ob eine Schwangerschaft besteht. Auch das Ausbleiben der Regel kann auf eine Schwangerschaft hindeuten.
Schwangerschaftstest
Test um festzustellen, ob man schwanger ist. Es gibt den Urin- oder Stäbchentest und den Bluttest, der vom Arzt durchgeführt wird. Urintests sind in der Apotheke oder im Supermarkt erhältlich. Das Teststäbchen wird in den Urin gehalten und zeigt nach einiger Zeit anhand eines Streifens oder Ähnlichem an, ob eine Schwangerschaft vorliegt - allerdings muss diese bereits seit 14 Tagen bestehen. Im Blut ist eine Schwangerschaft bereits nach 9 Tagen nachweisbar. Letztendlich kann aber nur eine umfassende Untersuchung beim Frauenarzt wirkliche Sicherheit bringen.
Schwellkörper
Schwammartiges Gewebe im Penis. Bei Erregung füllen sich die Hohlräume mit Blut, dadurch schwillt der Penis an und wird steif.
Sehnsuchtstropfen
Auch Lust- oder Freudentropfen genannt. Sekret, das, unabhängig davon, ob ein Samenerguss erfolgt oder nicht, bei sexueller Erregung aus dem Penis austritt. Da es passieren kann, dass sich unter die Sehnsuchtstropfen bereits einige Samenzellen mischen, muss man unbedingt – auch schon vor dem Höhepunkt – verhüten; ein Koitus interruptus hilft in diesem Fall also gar nichts!
Selbstbefriedigung: Siehe Masturbation
Sexuelle Selbstbefriedigung (Onanie) oder die sexuelle Befriedigung des Partners durch Erregung der Geschlechtsorgane mit der Hand.
Sex-Flush
Kleine rötliche Flecken, die sowohl bei Mädchen als auch bei Jungs manchmal bei großer Erregung auftreten können. Nach Abklingen der Erregung verschwinden die Flecken wieder.
Sexuell übertragbare Krankheiten
Oberbegriff für Krankheiten, die z.B. durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können.
Smegma
Käseartige Substanz, die sich unter der Vorhaut ansammeln kann. Tägliche Körperpflege des Mannes ist wichtig, denn Smegma steht im Verdacht, Gebärmutterhalskrebs auszulösen.
Sonographie: Siehe Ultraschall
Ein Diagnoseverfahren mit Hilfe von Ultraschallwellen, bei dem ein Quarzkristall durch elektrische Schwingungen angeregt wird. Je nach Gerät können durch die Ultraschallwellen die inneren Organe auf einem Monitor sichtbar oder Töne hörbar gemacht werden. Auch die meisten Frauenärzte arbeiten mit einem Ultraschallgerät. Sie können damit die inneren Geschlechtsorgane auf dem Monitor sehen und eventuelle Krankheitsanzeichen erkennen. Durch den Scheideneingang lässt sich per Ultraschall auch die Beschaffenheit des Gebärmuttermundes darstellen. Bei der Doppler-Sonografie werden auch Töne hörbar gemacht. Damit kann der Frauenarzt die Herztöne bei einem Embryo abhören und zugleich Wachstum und Bewegungen im Mutterleib erkennen.
Spekulum
Untersuchungsinstrument des Gynäkologen, um den äußeren Gebärmuttermund sehen zu können. Das Spekulum gibt es in verschiedenen Größen. Damit können auch Mädchen deren Hymen noch intakt ist, schmerzfrei untersucht werden.
Sperma
Samenflüssigkeit des Mannes, die Samen und andere Sekrete enthält.
Spermizides Gel
Gehört zu den chemischen Verhütungsmitteln. Mit einem Applikator muss das Gel zirka 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Dort bildet es einen zähen Schleim, der das Aufsteigen der Samenzellen verhindert und die Samen abtötet. Manchmal entwickelt sich ein unangenehmes Wärmegefühl oder ein Brennen in der Scheide oder am Penis. Ein spermizides Gel allein ist für den Empfängnisschutz nicht ausreichend. Es sollte nur in Verbindung mit einem Kondom oder einem Diaphragma angewendet werden, damit ein relativ sicherer Schutz gewährleistet ist.
Spirale
Sie gehört zu den mechanischen oder hormonellen Verhütungsmitteln, je nachdem, ob sie aus Kupfer gefertigt oder mit einem Hormon versehen ist. Die Spirale muss vom Gynäkologen eingesetzt werden und wird nur für Frauen empfohlen, die bereits Kinder geboren haben, da die Spirale manchmal Ursache für Infektionen sein kann, die zu Unfruchtbarkeit führen können.
Ständer
Umgangssprachlich für steifen Penis.
Starke Monatsblutung
Von einer starken Blutung spricht man, wenn die Regel länger als 7 Tage anhält und man mehr als sechs Binden oder Tampons pro Tag braucht. Eine zu starke Blutung kann bei Frauen auftreten, die mit der Spirale verhüten, oder sie kann Hinweis sein auf vorübergehende Hormonstörungen, eine Gebärmutterentzündung, Endometriose, Myome oder Gebärmutterhalskrebs. Bei sehr starken Blutungen mit Schwindel, Übelkeit und Kreislaufschwäche sollte umgehend der Notarzt gerufen werden!
Sterilisation
Operativer Eingriff beim Mann oder bei der Frau, wobei Samen- bzw. Eileiter durchtrennt werden, was zu Unfruchtbarkeit führt. Sollte nur bei Männern oder Frauen durchgeführt werden, die bereits Kinder haben und bei denen sicher kein weiterer Kinderwunsch aufkommen wird.
Sterilität
Unfruchtbarkeit von Mann oder Frau, Unfähigkeit zur Fortpflanzung. Sterilität kann u.a. auf nicht gesunde Samenzellen des Mannes oder Eizellen der Frau zurückgeführt werden. Allerdings nimmt die Unfruchtbarkeit in den letzten Jahren drastisch zu. In etwas über der Hälfte der Fälle kann bei einer fachärztlichen Beratung die Ursache für die Unfruchtbarkeit herausgefunden werden. Den anderen Fällen liegen keine organischen Ursachen zugrunde.
Stimmbruch
Gegen Ende der Pubertät wächst beim Jungen der Kehlkopf, die Stimmbänder dehnen sich, und es kommt zum Stimmbruch. Im Durchschnitt dauert es ein halbes Jahr, bis die Töne beim Sprechen nicht mehr "verrutschen" und die Stimme tiefer geworden ist.
Syphilis
Die Syphilis war bis zur Entdeckung des Penicillins die gefürchtetste aller "Geschlechtskrankheiten". Man erkennt sie an einem Knoten oder schmerzlosen kleinen Geschwüren dort, wo der Erreger in den Körper eingetreten ist - also meist an den Schamlippen bzw. bei Jungen am Glied oder Hoden. Ohne Behandlung verschwindet das Geschwür von allein wieder, aber das ist leider gar kein gutes Zeichen. Die Krankheit breitet sich nämlich jetzt ungehindert im Körper aus und kann irgendwann in den nächsten zwei Monaten bis zwei Jahren irgendwo im Körper wieder auftreten. Wird sie dann immer noch nicht behandelt, treten nach mehreren Jahren schwere Schäden der inneren Organe und des Nervensystems auf. Rechtzeitig erkannt, ist die Syphilis heute problemlos mit Antibiotika heilbar. Wichtig ist, dass man während der Behandlung keinen Sex haben darf, und immer beide Partner behandelt werden müssen! Noch besser ist es, die Ansteckung von vorneherein zu vermeiden indem man Kondome benutzt.
Tampon
Gepresste Watte, die zur Regelhygiene in die Scheide eingeführt wird. Ein Tampon fängt die Monatsblutung im Körperinneren auf. Wer zu Unterleibsinfektionen neigt, sollte lieber Monatsbinden verwenden, da Tampons stark austrocknen können oder die Blutung stauen, was Infektionen zusätzlich begünstigen kann.
Testosteron
Wichtigstes männliches Geschlechtshormon aus der Gruppe der Androgene. Auch bei Frauen wird Testosteron in geringen Mengen im Eierstock produziert, bis zum Einsetzen der Wechseljahre. Ein Übermaß an Testosteron bei Frauen kann zu übermäßigem Haarwuchs und tieferer Stimmlage führen. Es gibt spezielle Pillen, die bei übermäßigem Haarwuchs an Armen und Beinen oder bei einem Damenbart Abhilfe schaffen, weil sie eine antiandrogene Wirkung haben und dadurch ein Übermaß an männlichen Geschlechtshormonen im weiblichen Körper abfangen können.
Thrombose
Normalerweise ist das Blut dünnflüssig. Kommt es zu Gerinnungsstörungen, dann kann sich ein Blutpfropf in einem Gefäß bilden, ein Thrombus. Am häufigsten sind davon die Beinvenen betroffen. Thromben können aber auch Auslöser für Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Ein erhöhtes Thromboserisiko besteht bei Übergewicht und Bewegungsmangel, bei Schwangerschaft und Operationen, und bei Mädchen/Frauen, die rauchen und gleichzeitig die Pille einnehmen.
Trichomonaden
Trichomonaden sind Parasiten, die sich in der Scheide oder in Harnröhre oder Darm einnisten. Man erkennt sie an übel riechendem Ausfluss mit Jucken und Brennen, oder bei Jungen an Schmerzen beim Wasserlassen. Nicht nur durch Sex, sondern auch in der Sauna oder im Whirlpool kann man sich anstecken. Antibiotika heilen die Trichomonadenerkrankung komplett.
Tripper: (Gonorrhoe)
Der Name Tripper genau wie der griechische Name Gonorrhoe ("Geschlechtsausfluss") deutet schon darauf hin, woran man den Tripper erkennt: Ein gelblich-grünlicher Ausfluss aus Scheide oder Harnröhre und Brennen beim Wasserlassen. Unbehandelt kann Tripper zu Entzündungen der Eileiter oder der Samenleiter mit nachfolgender Unfruchtbarkeit führen. Rechtzeitig erkannt, ist der Tripper heute problemlos mit Antibiotika heilbar. Wichtig: Während der Behandlung darf man keinen Sex haben, und es müssen immer beide Partner behandelt werden! Noch besser ist es, die Ansteckung zu vermeiden - auch in diesem Fall kann man sich mit Kondomen schützen.
